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Workshop: Psoas – Schlüssel zur Stabilität
Yoga für Rücken, Hüfte & Stress-Resistenz

mit Michael Nickel

Darum geht es:
Bei Rücken- und Hüftproblemen spielt der Psoas- oder Lendenmuskel eine entscheidende Rolle. Dies gilt ebenso bei Zuständen von körperlichem, psychischem und emotionalem Stress. In diesem Workshop lernst Du, vorhandene Spannungen in Deiner Körpermitte richtig zu erfassen und gezielt in Deiner eigenen Yoga-Praxis aufzulösen und Fluidität zu erlauben.

Für wen ist der Workshop:
Für alle Yoga-Praktizierenden, die durch langes Sitzen oder Stehen im Alltag mit Rückenproblemen oder Wirbelsäulen-Fehlstellungen konfrontiert sind oder oft unter starker körperlicher, mentaler und/oder emotionaler Anspannung stehen. Für alle Yoga-Lehrenden, die lernen möchten, den Psoas gezielt durch Übungen aus der Spannung zu nehmen und ihren Teilnehmern ein neues Level von Ausgleich zu ermöglichen.

Das nimmst Du mit:

1. Ein Gespür für Spannung/Entspannung im Psoas.
2. Effektive Übungen, langes Sitzen und Stehen auszugleichen und damit den Psoas in ein Gleichgewicht zu bringen.
3. Ein Verständnis der Funktionsweisen des Psoas und damit ein Gespür dafür, wann Du ihn mit Deiner Lebensweise überlastest.
4. Hintergründe zu psycho-emotionalen Zusammenhängen von Psoas-Spannungszuständen und praktische Übungen, um diese zu lösen.
5. Du erhältst ein Psoas-spezifisches Übungsprogramm als MP3-Audiostunde mit ausführlicher Darstellung und Erklärung als PDF.

Mehr zum Thema in meinem Gedankenfutter-Blog hier:
https://www.santosha-yoga.de/gedankenfutter/141

Infos:

Sonntag, 18. November 2018
14:00 bis 18:30 Uhr (inklusive Tee-/Obst-Pausen)

2 Praxis-Einheiten / 2 Theorie-Einheiten mit eingestreuten Übungen und Selbstwahrnehmung

Inklusive gebundener Workshop-Materialien & Praxis-MP3 (Download)

 

Wieviel:

60 € (Frühbucher-Gebühr bei Voranmeldung bis 18. Oktober 2018) / 65 € Regulär (ab 19. Oktober 2018)

 

Anmeldung:

post@yoga-sued.de

 

Hintergrund:

In diesem Workshop beschäftigen wir uns mit den biomechanischen Hintergründen, um unseren eigenen Lendenmuskel besser zu verstehen und seine Aktivität auch erspüren und erfahren zu können. Im praktische Teil lernen wir vor allem Techniken kennen, die den Psoas entlasten, dehnen und entspannen. Dies umfasst sowohl klassische Yoga-Asanas als auch kurze Bewegungen und Übungen, die in den Alltag eingebaut werden können. Dies kann bei Rücken-, Hüft,- und Beinproblemen neben einer ärztlichen und physiotherapeutischen Behandlung unterstützend eingesetzt werden (bitte beachten: der Workshop behandelt keinerlei therapeutische Techniken). In der Hauptsache helfen diese Übungen jedoch jedem, der eine überwiegend sitzende oder auch stehende Lebensweise hat, den Psoas zum Freund zu machen, anstatt mit ihm und den resultierenden Problemen zu kämpfen.

Der Psoas- oder Lenden-Muskel ist einer der wichtigsten Muskeln in Bezug auf unseren aufrechten Gang. Er verbindet die fünf Lumbal-Wirbel des unteren Rückens mit dem Oberschenkelknochen. Damit erweist er sich als sehr langer Muskel mit mehreren gegeneinander verschiebbaren Ansatzpunkten, wodurch er direkten Einfluss auf die Stärke der Lordose-Wölbung des unteren Rückens hat, auf die Stellung des Kreuzbeines und der gesamten Hüfte, als auch auf die Beweglichkeit des Oberschenkels im Hüftgelenk. Funktionell spielt dieser Muskel also ganz unterschiedliche Rollen, je nachdem, in welcher Körperlage wir uns befinden und welche Bewegungen der Oberschenkel relativ zum Oberkörper macht. Von der Initiation der Gehbewegung als Oberschenkelbeuger bis hin zur Stabilisation des aufgerichteten Standes und Gangs ist der Psoas nahezu immer aktiv. Aufgrund seines seltsam anmutenden Verlaufes, von der Wirbelsäule über die Hüfte nach vorn gebogen, zum Oberschenkelknochen zurücklaufend, ist der Psoas im aufrechten Stand und im Liegen lang gestreckt. Im Sitzen wird er verkürzt und er stabilisiert aktiv den Oberkörper, wenn wir auf einem Stuhl sitzen. Die einzige Sitzhaltung, in der er nicht arbeiten muss, ist der tiefe Hocksitz, wie er in vielen Kulturen in Afrika und Asien gebraucht wird. Unsere Sitzmöbel-fixierte Kultur gönnt dem Psoas abgesehen vom Liegen keine Ruhepause. Häufiges und langes Sitzen kann zu chronischer Verkürzung des Psoas führen. Das Resultat ist ein nicht unwesentlicher Beitrag zu Hüft-, Rücken- und Beinproblemen, wenn nicht gar in manchen Fällen deren wesentlicher Auslöser.

Als wären die biomechanischen Gegebenheiten nicht genug, reagiert der Psoas-Muskel wie jeder andere Muskel ebenfalls auf mentalen, emotionalen und physischen Stress. Stress erhöht die Grundspannung der Muskulatur. Eine ganz normale und sinnvolle Funktion unseres Körpers. Bedeutet Stress doch ursprünglich eine lebensbedrohliche Situation. Flucht oder Kampf als Antwort erfordern erhöhte Muskelbereitschaft. Die Evolution unserer Lebensweise setzt uns jedoch Stressoren aus, denen durch erhöhte Muskelaktivität nicht beizukommen ist. Unser Körper reagiert jedoch nach wie vor nach diesem Jahrmillionen alten und bewährten Muster. Für den Psoas bedeutet dies im 21. Jahrhundert eine besondere Herausforderung. Aufgrund seiner biomechanischen Schlüsselrolle ist er, wie wir bereits gesehen haben besonders aktiv. Solche daueraktiven Muskeln sind von der erhöhten Grundspannung durch Stress besonders betroffen. Sie reagieren gewöhnlich mit einer veränderten Grundprogrammierung in Form einer Verkürzung und Verhärtung, was eine geringere Flexibilität und einen verminderten Funktionsumfang bedeutet. Damit übersetzt der Psoas jeglichen Stress unmittelbar in körperlich wahrnehmbare Veränderungen im Lendenwirbelbereich, in der Hüfte und in den Beinen. Dies ist einer der Gründe, warum er als “Muskel der Seele” bezeichnet wird.